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Luftaufnahme Viehhofen Viehhofen 1911 Viehhofen 1912 Viehhofen 1928

Die Saalach vom Ursprung bis zur Mündung - ein Kulturraum

Liebe Saalachfreunde,liebe Gäste des Saalachtales, mit dem Leitgedanken „Die Saalach vom Ursprung bis zur Mündung – ein Kulturraum“, will die Ausstellung am Fluss im Glemmtal versuchen, unter Einbeziehung des standortgeschichtlichen Umfeldes, den über tausendjährigen, gemeinsamen Kulturraum Saalachtal näher zu betrachten. Hier in Viehhofen steht der „heranwachsende Bach“, die „Saala“ noch in den Kinderschuhen. Woher kommt sie und was soll aus ihr einmal werden auf der weiten Reise bis zur Mündung.

Die Ausstellung entlang der Saalach ist als Fenster für jeden interessierten Bewohner vorgesehen. Eine einzigartige Kulturlandschaft als Heimat- und Ferienerlebnis, sowie als Erholungsraum für unsere Gäste wird dabei anschaulich vorgestellt. Die jeweilige Informationsanlage der Region zeigt aber auch die Lebensgeschichte des Talraumes von der Urzeit bis zur Gegenwart. Jede der 15 Anliegergemeinden an der Saalach hat ihren ganz individuellen Pavillon.

Die Ausstellung ist weder eine wissenschaftliche Abhandlung noch als Studie gedacht. Sie ist eine grenzüberschreitende, heimatkundliche Gesamtdarstellung. Die Informationspavillons sind am gemeinsam konzipierten, rund 90 km langen Wanderweg an der Saalach oder vor Ort an der Saalach errichtet. Die Lese- und Schautafeln sind so aufbereitet, dass sie flussabschnittsweise für Wanderer oder Radfahrer auch ohne Schwierigkeiten erreicht werden können und für jedermann verständlich sind.

Erleben Sie mit Ihrer Familie oder Freunden Ihre Heimat oder Ihre Ihnen lieb gewordene Ferienregion – das Saalachtal – mit seinen Besonderheiten. Der Aufenthalt am Wasser oder in der bäuerlichen Kulturlandschaft wird Ihnen gut tun und viel Freude bereiten. Nehmen Sie sich Zeit!

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Lebensgeschichte des Flusses

Mit Blick vom 2.009 m hohen Saalkogel befinden wir uns östlich der Kitzbüheler Alpen auf 1.940 m im Quellgebiet der Saalach. Die erste größere Ansiedelung am Fluss führt den Namen „Saalbach“, der auf den Flussnamen zurückzuführen ist. In alten Urkunden heißt sie „Glemt“, was in Pinzgauer Mundart wie „Dlemm“ ausgesprochen wird. Glemmtal, wie Klamm (eingeklemmt) wegen des engen Tales. Auf 102 km Länge fließt die Saalach durch den unteren Pinzgau im Saalachtal, Land Salzburg. Als Grenzfluss mittig fließt sie ab Steinbach, Gemeinde Unken und Melleck, Gemeinde Schneizlreuth, Landkreis Berchtesgadener Land (Bayern) wiederholt sich ab rund 150 m flussabwärts der Autobahnbrücke (A8) München-Salzburg bis zur Mündung in die Salzach auf Höhe 404 m über NN zwischen den Städten Salzburg, Ortsteil Liefering und Freilassing, Ortsteil Salzburghofen/Bayern. Es handelt sich hierbei um einen so genannten Gebirgsfluss, der sich durch ganzjährig kaltem meist klarem schnellfließenden Wasser mit stark schwankenden Wasserständen auszeichnet.

Einige Flussabschnitte werden noch als naturnah bezeichnet (siehe Raum Lofer/Unken und Melleck/Schneizlreuth). Das Einzugsgebiet beträgt insgesamt 1034 m2. Ab der Grenze Unken/Schneizlreuth bis zur Salzach wird die Saalach nach jährlicher Untersuchung durch die Wasserwirtschaft als mäßig (Güteklasse II) eingestuft, was laienhaft als sauberen Fluss bezeichnet. (Nähere technische Daten erfahren Sie an der Informationsanlage in Bad Reichenhall Standort Staufenbrücke).

Bäche, Flüsse, Seen sind gleichzeitig naturnahe Lebensräume und prägende Elemente in unserer Kulturlandschaft. Der Bach zeichnet sich durch eine extreme die Vielfalt der Teillebensräume in eine Abfolge kleinteiliger Strukturen aus. Rasch durchströmte Abschnitte wechseln mit Stillwasserbereichen, seichte Stellen mit tiefen Gumpen. Je nach Strömungs-geschwindigkeit und geologischer Beschaffenheit des Bodens werden Schotter, Sand u. dgl. in unterschiedlichster Beschaffenheit verfrachtet und abgelagert.

Die Saalach in ihrem Ursprungstal der Alpen besitzt ein starkes Gefälle mit folglich einem geradlinigem Verlauf und schmalen Auwaldbereichen. Das kalte Wasser ist sauerstoffreich und nahrungsarm. Die vielen Seitenbäche erreichen bei Hochwasser eine kaum abschätzbare, hohe Fließgeschwindigkeit. Erosion der Prallufer und Anlandungen an den Gleitufern im unteren Verlauf sind Folgen.

Terrassenartige Seitenmoränen aus der Nacheiszeit, vor etwa 10.000 Jahren, über dem Bach/Flussbett wurden daher in den Anfängen der Siedlerzeit um etwa 600 n.Chr. aus Sicherheitsgründen für eine dörfliche Ansiedlung ausgemacht. Das Urtal gab für eine geschlossene Wohnbebauung kaum mehr her. Die verschiedenen Rodungsinseln blieben dem Bauern vorbehalten. Sie waren aus räumlichen Gründen für eine Gemeinschaft orientierte Ansiedlung nicht brauchbar.

Die Geländeverhältnisse des Glemmtales („Glemm-Tal“ = enges Tal) waren für eine damalige Besiedelung nicht geeignet, jedoch ist die Rede von einer Landnahme verteidigungsbereiter Ureinwohner bis zur Römer- und Bajuwarenzeit. Man nimmt an, dass es sich vor rund 2ooo Jahren noch um ein „Urtal“ mit all seinen Gefahren und Hindernissen für sesshaft werdende Menschen gehandelt haben muss, welches noch kaum von Menschen geprägt sein konnte.

Der über Jahrhunderte urgeschichtliche Bergbau ist zwar nachweislich belegt, von festen Wohnbauten fehlt jedoch jegliche Spur. Inwieweit diese Menschen im Bergbau sich vor Ort (also nicht im Tal) für längere Zeit aufhielten, bleibt Vermutung.

Im Jahr 1912 gaben komponente Naturelemente erstmals für die Bewohner des Glemmtales ihre Auswirkungen preis. Sintflutartig vereinnahmte das örtliche Flusssystem (Saalach mit Nebenbächen) zusammen mit der Schneeschmelze den gesamten Kultur-Talraum.

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Gebirge und Wasser

Der Natur- und Kulturraum der Alpen ist historisch betrachtet, in unterschiedlichster Weise direkt und indirekt durch das Wasser und seine Nutzungsformen geprägt worden. Das wird weiterhin noch erheblich beeinflusst. Die Wasserwirtschaft ist mit allen Formen des Inneralpinen Raumes verbunden. Die Bewohner der Täler und schluchtartigen Engen werden täglich damit konfrontiert.

Die im tiefsten Talraum befindlichen Siedlungen sind bei jedem Regenwetter ganz besonders gefordert – wenn ungeahnte Wassermassen wieder ihr ursprüngliches Fluss- oder Bachbett vereinnahmen. Der friedlich dahinfließende Bach wird plötzlich zum Ungeheuer, das alles, über Generationen oft aufgebaute Hab und Gut, in wenigen Minuten zerstörerisch mitnimmt.

Der Schutz des Menschen vor Hochwasser, Muren und Lawinen nicht nur ein Problem unserer Zeit. Seit Anbeginn sind die ersten Siedler in den Alpen mehr als im Alpenvorland schicksalhaft mit dem Wasser verbunden. Sie wussten und mussten schon immer damit umgehen. Das technische Zeitalter hat die Hochwasserfluten in den Griff bekommen, kann aber außergewöhnliche Ereignisse nicht ganz ausschließen.

Wasser heißt in erster Linie für uns Menschen Leben. Es ist also nicht immer das Wasser, vor dem wir uns schützen müssten. Sind es nicht auch Entscheidungen, die wir mit der Kultivierung getroffen haben? Landschaft und Mensch sind die beiden am Entstehen einer Kulturlandschaft wirkenden bzw. beteiligten Kräfte. Zeigt nicht die von unserem handeln seit Jahrhunderten betroffene Landschaft mit jedem Hochwasser unsere natürlichen Grenzen auf.

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Freiwillige Feuerwehr 2001 Feuerwehr alt Freiwillige Feuerwehr alt

Hochwasserschutz

Der Arzbach durchfließt das Dorf Viehhofen und mündet an der tiefsten Stelle des Tales in die Saalach. Die Folgen eines sogenannten Jahrhunderthochwassers, wie man in Fachkreisen solche Fluten zu bezeichnen pflegt, sind in den meisten Fällen kaum voraussehbar, jedoch hinsichtlich des Hochwasserschutzes für die Bevölkerung als Ausbauvorgabe von besonderer Bedeutung.

Baumaßnahmen am Wasser berühren immer den Naturhaushalt und das Erscheinungsbild des jeweiligen Landschaftsraumes. Landschaftsgestalterische und ökologische Gesichts-punkte sind daher umfassend zu berücksichtigen. Je nach lokalen Bedürfnissen wird heute, wie auch in Zukunft, unserer freizeitorientierten Gesellschaft entgegen zu kommen sein.

In Viehhofen ist man danach tätig geworden, wobei naturgemäß bei einem solchen Ausbau der Bevölkerungsschutz vorrangig zu behandeln und zu berücksichtigen war.

Viehhofen ist ein Ort im Glemmtal, dem Ursprungstal der Saalach, welches bereits im Mittelalter von den herabstürzenden Wassermassen in schrecklicher Weise heimgesucht wurde. 1786 wurde die vom Dorfwirt neu errichtete Kapelle im Ort von den Hochwasserfluten weggerissen.

Im Mai 1912 ereignete sich nach viertägigem Regen mit einhergegangener Schnee–schmelze, die größten Sturzfluten aller Zeiten. Neben Saalbach wurde Viehhofen derart verwüstet, dass zuguterletzt das Dorf im unteren Siedlungsbereich vollständig verschwunden war. Tagelang wälzten sich die Wassermassen, aus den Ufern getreten, über den gesamten Talraum hinweg und hinterließen nur noch Schlamm und Geröll. Sämtliche Brücken und Stege über die Saalach wurden weggeschwemmt und selbst ein neu gebautes Haus versank in den Fluten.

Bereits 16 Jahre später (1928) zerstörten die Hochwasserfluten des Arzbaches, ein Nebenfluss der Saalach, der mitten durch den Ort fließt, abermals das Dorf.

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Viehhofen – Ausgangsort montaner Bergbaukultur

Die Besiedelung von Viehhofen reicht urkundlich bis in das 13. Jahrhundert zurück.Um 1211 wird erstmals das Rotenbachlehen genannt.

Die Besonderheit der Besiedelung Viehhofens begründet ihre Eigenheit bis in die Altbronzezeit (1800-1250 v. Chr.) und die nachfolgende Urnenfelderzeit (1250-750 v. Chr.) auf den mehrere hundert Jahre betriebenen Kupferbergbau, der um das Jahr l000 - 700 v. Chr. seine Hochblüte erreichte. Mit primitivsten Fundgegenständen (Granitfindlingsplatten mit mittig schüsselartiger Eintiefung und Faustkeilen aus Eichenholz) haben die Menschen zuerst oberflächliche Bruchstücke gesammelt und später aus Erdstollen Gesteinsmassen gefördert. Diese wurden von wertvollem Material getrennt und danach geschmolzen. Die Arbeitsplätze dieser Handwerker werden heute noch als Scheide- und Schmelzplätze bezeichnet. Berühmte Fundstellen über und um Viehhofen sind u. a. die Wirtsalm, der Südabhang der Sausteige, die Tennstallalm, Kressenbrunn, die Weberalm sowie die Stoffentax – ein dolinenartig eingebrochenes Waldgebiet, indem verlassene unterirdische Abbaugruben am rechten Saalachufer, unmittelbar südlich vom Dorf gefunden wurden.

Mit Blick gegen den Sonnberg kann man die überwachsenen Bergbauhalden, die wie „Buckelfluren aussehen, gut erkennen. Diese Bergseite nennt man den „Altenberg“. Es ist jener Berg, den die „alten“ Bewohnervorfahren erheblich ausgebeutet haben. Die an diesem Steilhang angesiedelten Bauern Lehen nennt man „Altenbergbauern“. Es ist der Weiler Altenberg mit „Vorder-, Mitter- und Hinterhaus. Der westlich davon herabstürzende Bach ist der „Arzbach“, dessen Namen aus dem Erzbergbau hergeleitet wurde (siehe auch das Gemeindewappen Viehhofens).

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Erntedankfest Holzschlitten Holzschindeln Holzbrandkapelle

Lebensraum – Besiedelung – Kultur

Die Saalach mit ihrem Quellgebiet in Hinterglemm, den größeren beckenartigen Talräumen, Hochtälern und zahlreichen mehr oder weniger tief eingeschnittenen, schluchtartigen Nebenbächen, ist eine vom Gletscher ausgebildete Landschaftseinheit.

Bis zur endgültigen, kontinuierlichen Besiedelung war der Talraum noch überwiegend sumpfiges Land. Die Auwälder waren mit ihrer eigenen Bestockung bewachsen. Die steilen Nordeinhänge und Hochlagen wiesen mit den Seitentälern Waldbestockung auf, wobei die Fichte als Baumart bereits dominierte. Darüber hinaus bestanden die in diesem Raum bekannten Pinzgauer Grasberge mit ihre Almmatten. Zahlreiche Streufunde belegen urzeitliche Saumpfade nomadisierender Jäger, Sammler und Fischer.

Im 6.-8. Jahrhundert besiedelten die Bajuwaren den Pinzgau. Vor allem das fruchtbare Becken von Saalfelden, das zum Teil erste Rodungsflächen aufwies, wurde hierfür ausgemacht. Es waren vor allem Bauersleute aus dem Voralpenland (dem heutigen Rupertiwinkel und Flachgau), die sich in das Innergebirge wagten. Weitere Talböden wurden in Acker- und Weideland kultiviert, höhere Lagen als Almen eingerichtet. Diese intensive Rodungstätigkeit prägte bereits das Saalachtal und verwandeltelte es in ein Kulturland.

Wenngleich aus der Zeit des Erzbaues keine Spuren einer sesshaften Wohnbevölkerung nachzuweisen sind, darf angenommen werden, dass sich die Bergbautätigen zumindest zeitweise vor Ort angesiedelt haben dürften. Ein Erzbergbau, wie er im Raum Viehhofen intensiv betrieben worden ist, kann nicht über Jahrhunderte ohne örtlich bodenständige Bevölkerung zurechtkommen. Nachdem das Erz hier auch zu Kupfer veredelt worden ist, kam schließlich auch der Handel hinzu. Einfachste Unterstände bzw. Überdachungen aus Holz (vgl. den Rindenkobel für Holzarbeiter aus jüngster Vergangenheit für Forstarbeiter) dürften für längere Zeit den seinerzeitigen Umweltbedingungen gewachsen gewesen sein. Knüppeldämme überbrückten sumpfiges Gelände, sodass auch von einer Wege-Infrastrucktur primitivster Art auszugehen ist (siehe Infoanlage Maishofen).

Verweist uns doch das Reichenhaller Becken mit seinen Sohlequellen in die vorchristliche Zeit (Ende Jungsteinzeit-Bronzezeit 2500-1500 v. Chr.) in kulturelle Parität mit Bad Reichenhall im Saalachtal.

Es war die Welt der Bauern und Hirten, als gegen 700 v. Chr. die Kenntnis der Verhüttung und Bearbeitung des Eisens nach Mitteleuropa kam. Dadurch geriet auch die Wirtschaft der späten Bronzezeit (1800-750 v. Chr.) in Konkurrenz. Das für Bronze benötigte Kupfer war in Mitteleuropa nur an wenigen Stellen vorhanden. Die bedeutendsten Erzlagerstätten waren im Land Salzburg; hier wiederum war es Viehhofen, wo das Erz in Kupfer veredelt wurde. Als sich das Eisen wegen seines umfangreichen Vorkommens in ganz Mitteleuropa und des in verschiedenen Formen einfachen Verarbeitung (z.B. Wagenbeschläge, Lanzenspitzen, Schwerter usw.) durchsetzte, war Bronze in erster Linie nur noch für Schmuck (das aus Kupfer und Zinnlegierung bestand) gefragt. Zinn musste damals aus Cornwall (England) eingeführt werden. Während des 1. Jahrhunderts v. Chr. gerieten die Festlandkelten unter fremde Herrschaft. Das keltische Volkstum ging hier im Voralpenland östlich des Inn mit Übernahme der zivilisatorischen Errungenschaften der Römer friedlich im Kaiserreich auf. Vor allem im ländlich bäuerlichen Bereichen lebte jedoch die keltische Sprache und die geistig-religiösen Sitten noch einige Jahrhunderte (bis etwa 3. Jh. n. Chr.) nach.

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Erntedankfest Trachtenmusikkapelle Musikkapelle alt

Dorfgemeinschaft Viehhofen

Trotz des frühgeschichtlichen und mittelalterlichen Bergbaues und des 1910-1914 erfolgten weiteren Abbaus (16.-19. Jh.) blieb die Landwirtschaft bis in die Neuzeit Haupterwerbquelle und Lebensgrundlage der Bewohner Viehhofens. Der in den vergangenen Jahren als Zuerwerb für die überwiegend bäuerlich strukturierte Bevölkerung angedachte Fremdenverkehr als Nebeneinnahme hat sich gut entwickelt.

Zu Beginn der Kirchengeschichte ist von einem Gewerbetreibenden (Dorfwirt) die Rede, der drei arme Bauern zur Vorsprache beim Landesherrn (Bischof von Chiemsee) wegen Genehmigung einer eigenen Kirche und Pfarre mitnahm. Bereits 1692 hat die hiesige Nachbarschaft darauf hingewiesen, dass sie nichts als eine Holzhütte mit von Bildern zusammengeklebten Innenwänden hat. Hierfür wollte sie eine Kapelle bauen, in der man auch eine heilige Messe feiern kann. Nach wiederholtem Bitten, kam 1867 endlich Bauerlaubnis. Diese vom Erzbischof und Landesherren bewilligte und umgehend erbaute Kapelle wurde 1789 durch ein Hochwasser völlig zerstört. Die „Ecce homo“-Statue konnte noch rechtzeitig aus der Kapelle gerettet werden. 1793 wurde Viehhofen von Zell am See aus seelsorglich mitbetreut. 1796 wurde die Pfarrkirche gebaut und an Weihnachten 1797 geweiht. 1891 wurde Viehhofen eigene Pfarre. Ein Dorfleben wie damals ist heute kaum mehr vorstellbar.

Neben der Kirche in Viehhofen befindet sich das Wirtshaus, die Volksschule mit Kindergarten und das Amtshaus der Gemeinde. Dieser dörfliche Ortskern ist charakteristisch für die altbayerische Kulturlandschaft im gesamten Saalachtal. Damit diese „Heilige Allianz“ auch in zukünftigen regionalen Europa so bleibt, sollte man alles dafür tun.

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Amtsgebaeude Schule Pfarrkirche Luftaufnahme Viehhofen

Gemeinde Viehhofen

Im Jahr 1771 hielten die „Vorderglemmer“ um die Einführung einer Schule an. Der Unterricht wurde 1772 einem Einsiedler erfolglos übertragen. 1798 begann der Mesner zu unterrichten. Ab 1801 bis 1840 übernahmen die eingeführten Vikare den Schulunterricht, bis die Gemeinde mit Hilfe von Wohltätern 1838 ein eigenes Schulhaus baute und das bereits im Jahr 1932 erweitert wurde. Die Schule war mit 56 Kindern zweiklassig. Als ländliche Versuchsschule hat sie sich bewährt.

Die heutige Erwerbsquelle der Bevölkerung wird überwiegend vom Fremdenverkehr getragen. Dieser fundiert nicht zuletzt auch auf die seit Generationen von fleißigen und bescheidenen Menschen geschaffene und gepflegte bergbäuerliche Kulturlandschaft. Die gesamte Bevölkerung hat sich, jeder auf seine Weise, für das Gemeinwohl eingebracht und verdient gemacht. Seit dem Jahr 1960 hat sich der Fremdenverkehr im Gast- und Herbergungsgewerbe günstig entwickelt. Die Einwohnerzahl im Jahr 2004 beträgt 630 Personen. Das traditionsreiche Gastgewerbe aus dem 17./18. Jahrhundert wird fortschrittlich gepflegt und im Familienverband geführt. Neben 1200 Gästebetten in 4 Gasthäusern, 45 Privatzimmervermietern und 6 Fremdenpensionen zählt die Gemeinde 130.000 Übernachtungen und ist mit Pendelbussen an den Großschiraum Saalbach-Hinterglemm/Leogang im Winterfremdenverkehr angeschlossen.

Zahlreiche Vereine beleben heute das gesellschaftliche und kulturelle Leben in einer der kleinsten Gemeinden im Pinzgau, im Saalachtal. Sie alle beteiligen sich u.a. beim Erntedankfest. Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit 1901. Sie ist hoch motiviert und äußerst tatkräftig einsatzbereit. Der 1982 errichtete Mehrzweckbau beherbergt das Feuerwehrhaus, den Musikraum für die 1957 wieder gegründete Musikkapelle, sowie weitere Vereinsräume. Pfarrkirche – 1796/97 erbaut1983 wurde von der Gemeinde die neue Volksschule mit Kindergarten errichtet. Mit Fertigstellung der Ortskanalisation folgten Umweltschutzmaßnahmen und umfassende Ortsverschönerungen.Viehhofen zählt zu den „ausgeforsteten“ Gemeinden des Pinzgaus im Saalachtal, welche im Gegensatz zu den sogenannten „Saalforsten“ eine Waldgenossenschaft bilden (siehe Info-Anlagen im unteren Saalachtal - Land Salzburg).

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