
Die Saalach vom Ursprung bis zur
Mündung - ein Kulturraum
Liebe Saalachfreunde,liebe Gäste des Saalachtales, mit
dem Leitgedanken „Die Saalach vom Ursprung bis zur Mündung –
ein Kulturraum“, will die Ausstellung am Fluss im Glemmtal
versuchen, unter Einbeziehung des standortgeschichtlichen
Umfeldes, den über tausendjährigen, gemeinsamen Kulturraum
Saalachtal näher zu betrachten. Hier in Viehhofen steht der
„heranwachsende Bach“, die „Saala“ noch in den
Kinderschuhen. Woher kommt sie und was soll aus ihr einmal
werden auf der weiten Reise bis zur Mündung.
Die Ausstellung entlang der Saalach ist als Fenster für
jeden interessierten Bewohner vorgesehen.
Eine einzigartige Kulturlandschaft als Heimat- und
Ferienerlebnis, sowie als Erholungsraum für unsere
Gäste wird dabei anschaulich vorgestellt. Die jeweilige
Informationsanlage der Region zeigt aber auch die
Lebensgeschichte des Talraumes von
der Urzeit bis zur Gegenwart. Jede der 15 Anliegergemeinden
an der Saalach hat ihren ganz individuellen Pavillon.
Die Ausstellung ist weder eine wissenschaftliche
Abhandlung noch als Studie gedacht. Sie ist eine
grenzüberschreitende, heimatkundliche Gesamtdarstellung. Die
Informationspavillons sind am gemeinsam konzipierten, rund
90 km langen Wanderweg an der Saalach oder vor Ort an der
Saalach errichtet. Die Lese- und Schautafeln sind so
aufbereitet, dass sie flussabschnittsweise für Wanderer oder
Radfahrer auch ohne Schwierigkeiten erreicht werden können
und für jedermann verständlich sind.
Erleben Sie mit Ihrer Familie oder Freunden Ihre Heimat
oder Ihre Ihnen lieb gewordene Ferienregion – das Saalachtal
– mit seinen Besonderheiten. Der Aufenthalt am Wasser oder
in der bäuerlichen Kulturlandschaft wird Ihnen gut tun und
viel Freude bereiten. Nehmen Sie sich Zeit!
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Lebensgeschichte des Flusses
Mit Blick vom 2.009 m hohen Saalkogel befinden wir uns
östlich der Kitzbüheler Alpen auf 1.940 m im Quellgebiet der
Saalach. Die erste größere Ansiedelung am Fluss führt den
Namen „Saalbach“, der auf den Flussnamen zurückzuführen ist.
In alten Urkunden heißt sie „Glemt“, was in Pinzgauer
Mundart wie „Dlemm“ ausgesprochen wird. Glemmtal, wie Klamm
(eingeklemmt) wegen des engen Tales. Auf 102 km Länge fließt
die Saalach durch den unteren Pinzgau im Saalachtal, Land
Salzburg. Als Grenzfluss mittig fließt sie ab Steinbach,
Gemeinde Unken und Melleck, Gemeinde Schneizlreuth,
Landkreis Berchtesgadener Land (Bayern) wiederholt sich ab
rund 150 m flussabwärts der Autobahnbrücke (A8)
München-Salzburg bis zur Mündung in die Salzach auf Höhe 404
m über NN zwischen den Städten Salzburg, Ortsteil Liefering
und Freilassing, Ortsteil Salzburghofen/Bayern. Es handelt
sich hierbei um einen so genannten Gebirgsfluss, der sich
durch ganzjährig kaltem meist klarem schnellfließenden
Wasser mit stark schwankenden Wasserständen auszeichnet.
Einige Flussabschnitte werden noch als naturnah
bezeichnet (siehe Raum Lofer/Unken und
Melleck/Schneizlreuth). Das Einzugsgebiet beträgt insgesamt
1034 m2. Ab der Grenze Unken/Schneizlreuth bis zur Salzach
wird die Saalach nach jährlicher Untersuchung durch die
Wasserwirtschaft als mäßig (Güteklasse II) eingestuft, was
laienhaft als sauberen Fluss bezeichnet. (Nähere technische
Daten erfahren Sie an der Informationsanlage in Bad
Reichenhall Standort Staufenbrücke).
Bäche, Flüsse, Seen sind gleichzeitig naturnahe
Lebensräume und prägende Elemente in unserer
Kulturlandschaft. Der Bach zeichnet sich durch eine extreme
die Vielfalt der Teillebensräume in eine Abfolge
kleinteiliger Strukturen aus. Rasch durchströmte Abschnitte
wechseln mit Stillwasserbereichen, seichte Stellen mit
tiefen Gumpen. Je nach Strömungs-geschwindigkeit und
geologischer Beschaffenheit des Bodens werden Schotter, Sand
u. dgl. in unterschiedlichster Beschaffenheit verfrachtet
und abgelagert.
Die Saalach in ihrem Ursprungstal der Alpen besitzt ein
starkes Gefälle mit folglich einem geradlinigem Verlauf und
schmalen Auwaldbereichen. Das kalte Wasser ist
sauerstoffreich und nahrungsarm. Die vielen Seitenbäche
erreichen bei Hochwasser eine kaum abschätzbare, hohe
Fließgeschwindigkeit. Erosion der Prallufer und Anlandungen
an den Gleitufern im unteren Verlauf sind Folgen.
Terrassenartige Seitenmoränen aus der Nacheiszeit, vor
etwa 10.000 Jahren, über dem Bach/Flussbett wurden daher in
den Anfängen der Siedlerzeit um etwa 600 n.Chr. aus
Sicherheitsgründen für eine dörfliche Ansiedlung ausgemacht.
Das Urtal gab für eine geschlossene Wohnbebauung kaum mehr
her. Die verschiedenen Rodungsinseln blieben dem Bauern
vorbehalten. Sie waren aus räumlichen Gründen für eine
Gemeinschaft orientierte Ansiedlung nicht brauchbar.
Die Geländeverhältnisse des Glemmtales („Glemm-Tal“ =
enges Tal) waren für eine damalige Besiedelung nicht
geeignet, jedoch ist die Rede von einer Landnahme
verteidigungsbereiter Ureinwohner bis zur Römer- und
Bajuwarenzeit. Man nimmt an, dass es sich vor rund 2ooo
Jahren noch um ein „Urtal“ mit all seinen Gefahren und
Hindernissen für sesshaft werdende Menschen gehandelt haben
muss, welches noch kaum von Menschen geprägt sein konnte.
Der über Jahrhunderte urgeschichtliche Bergbau ist zwar
nachweislich belegt, von festen Wohnbauten fehlt jedoch
jegliche Spur. Inwieweit diese Menschen im Bergbau sich vor
Ort (also nicht im Tal) für längere Zeit aufhielten, bleibt
Vermutung.
Im Jahr 1912 gaben komponente Naturelemente erstmals für
die Bewohner des Glemmtales ihre Auswirkungen preis.
Sintflutartig vereinnahmte das örtliche Flusssystem (Saalach
mit Nebenbächen) zusammen mit der Schneeschmelze den
gesamten Kultur-Talraum.
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Gebirge und Wasser
Der Natur- und Kulturraum der Alpen ist historisch
betrachtet, in unterschiedlichster Weise direkt und indirekt
durch das Wasser und seine Nutzungsformen geprägt worden.
Das wird weiterhin noch erheblich beeinflusst. Die
Wasserwirtschaft ist mit allen Formen des Inneralpinen
Raumes verbunden. Die Bewohner der Täler und schluchtartigen
Engen werden täglich damit konfrontiert.
Die im tiefsten Talraum befindlichen Siedlungen sind bei
jedem Regenwetter ganz besonders gefordert – wenn ungeahnte
Wassermassen wieder ihr ursprüngliches Fluss- oder Bachbett
vereinnahmen. Der friedlich dahinfließende Bach wird
plötzlich zum Ungeheuer, das alles, über Generationen oft
aufgebaute Hab und Gut, in wenigen Minuten zerstörerisch
mitnimmt.
Der Schutz des Menschen vor Hochwasser, Muren und Lawinen
nicht nur ein Problem unserer Zeit. Seit Anbeginn sind die
ersten Siedler in den Alpen mehr als im Alpenvorland
schicksalhaft mit dem Wasser verbunden. Sie wussten und
mussten schon immer damit umgehen. Das technische Zeitalter
hat die Hochwasserfluten in den Griff bekommen, kann aber
außergewöhnliche Ereignisse nicht ganz ausschließen.
Wasser heißt in erster Linie für uns Menschen Leben. Es
ist also nicht immer das Wasser, vor dem wir uns schützen
müssten. Sind es nicht auch Entscheidungen, die wir mit der
Kultivierung getroffen haben? Landschaft und Mensch sind die
beiden am Entstehen einer Kulturlandschaft wirkenden bzw.
beteiligten Kräfte. Zeigt nicht die von unserem handeln seit
Jahrhunderten betroffene Landschaft mit jedem Hochwasser
unsere natürlichen Grenzen auf.
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Hochwasserschutz
Der Arzbach durchfließt das Dorf Viehhofen und mündet an
der tiefsten Stelle des Tales in die Saalach. Die Folgen
eines sogenannten Jahrhunderthochwassers, wie man in
Fachkreisen solche Fluten zu bezeichnen pflegt, sind in den
meisten Fällen kaum voraussehbar, jedoch hinsichtlich des
Hochwasserschutzes für die Bevölkerung als Ausbauvorgabe von
besonderer Bedeutung.
Baumaßnahmen am Wasser berühren immer den Naturhaushalt
und das Erscheinungsbild des jeweiligen Landschaftsraumes.
Landschaftsgestalterische und ökologische Gesichts-punkte
sind daher umfassend zu berücksichtigen. Je nach lokalen
Bedürfnissen wird heute, wie auch in Zukunft, unserer
freizeitorientierten Gesellschaft entgegen zu kommen sein.
In Viehhofen ist man danach tätig geworden, wobei
naturgemäß bei einem solchen Ausbau der Bevölkerungsschutz
vorrangig zu behandeln und zu berücksichtigen war.
Viehhofen ist ein Ort im Glemmtal, dem Ursprungstal der
Saalach, welches bereits im Mittelalter von den
herabstürzenden Wassermassen in schrecklicher Weise
heimgesucht wurde. 1786 wurde die vom Dorfwirt neu
errichtete Kapelle im Ort von den Hochwasserfluten
weggerissen.
Im Mai 1912 ereignete sich nach viertägigem Regen mit
einhergegangener Schnee–schmelze, die größten Sturzfluten
aller Zeiten. Neben Saalbach wurde Viehhofen derart
verwüstet, dass zuguterletzt das Dorf im unteren
Siedlungsbereich vollständig verschwunden war. Tagelang
wälzten sich die Wassermassen, aus den Ufern getreten, über
den gesamten Talraum hinweg und hinterließen nur noch
Schlamm und Geröll. Sämtliche Brücken und Stege über die
Saalach wurden weggeschwemmt und selbst ein neu gebautes
Haus versank in den Fluten.
Bereits 16 Jahre später (1928) zerstörten die
Hochwasserfluten des Arzbaches, ein Nebenfluss der Saalach,
der mitten durch den Ort fließt, abermals das Dorf.
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Viehhofen – Ausgangsort montaner Bergbaukultur
Die Besiedelung von Viehhofen reicht urkundlich bis in
das 13. Jahrhundert zurück.Um 1211 wird erstmals das
Rotenbachlehen genannt.
Die Besonderheit der Besiedelung Viehhofens begründet
ihre Eigenheit bis in die Altbronzezeit (1800-1250 v. Chr.)
und die nachfolgende Urnenfelderzeit (1250-750 v. Chr.) auf
den mehrere hundert Jahre betriebenen Kupferbergbau, der um
das Jahr l000 - 700 v. Chr. seine Hochblüte erreichte. Mit
primitivsten Fundgegenständen (Granitfindlingsplatten mit
mittig schüsselartiger Eintiefung und Faustkeilen aus
Eichenholz) haben die Menschen zuerst oberflächliche
Bruchstücke gesammelt und später aus Erdstollen
Gesteinsmassen gefördert. Diese wurden von wertvollem
Material getrennt und danach geschmolzen. Die Arbeitsplätze
dieser Handwerker werden heute noch als Scheide- und
Schmelzplätze bezeichnet. Berühmte Fundstellen über und um
Viehhofen sind u. a. die Wirtsalm, der Südabhang der
Sausteige, die Tennstallalm, Kressenbrunn, die Weberalm
sowie die Stoffentax – ein dolinenartig eingebrochenes
Waldgebiet, indem verlassene unterirdische Abbaugruben am
rechten Saalachufer, unmittelbar südlich vom Dorf gefunden
wurden.
Mit Blick gegen den Sonnberg kann man die überwachsenen
Bergbauhalden, die wie „Buckelfluren aussehen, gut erkennen.
Diese Bergseite nennt man den „Altenberg“. Es ist jener
Berg, den die „alten“ Bewohnervorfahren erheblich
ausgebeutet haben. Die an diesem Steilhang angesiedelten
Bauern Lehen nennt man „Altenbergbauern“. Es ist der Weiler
Altenberg mit „Vorder-, Mitter- und Hinterhaus. Der westlich
davon herabstürzende Bach ist der „Arzbach“, dessen Namen
aus dem Erzbergbau hergeleitet wurde (siehe auch das
Gemeindewappen Viehhofens).
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Lebensraum – Besiedelung – Kultur
Die Saalach mit ihrem Quellgebiet in Hinterglemm, den
größeren beckenartigen Talräumen, Hochtälern und zahlreichen
mehr oder weniger tief eingeschnittenen, schluchtartigen
Nebenbächen, ist eine vom Gletscher ausgebildete
Landschaftseinheit.
Bis zur endgültigen, kontinuierlichen Besiedelung war der
Talraum noch überwiegend sumpfiges Land. Die Auwälder waren
mit ihrer eigenen Bestockung bewachsen. Die steilen
Nordeinhänge und Hochlagen wiesen mit den Seitentälern
Waldbestockung auf, wobei die Fichte als Baumart bereits
dominierte. Darüber hinaus bestanden die in diesem Raum
bekannten Pinzgauer Grasberge mit ihre Almmatten. Zahlreiche
Streufunde belegen urzeitliche Saumpfade nomadisierender
Jäger, Sammler und Fischer.
Im 6.-8. Jahrhundert besiedelten die Bajuwaren den
Pinzgau. Vor allem das fruchtbare Becken von Saalfelden, das
zum Teil erste Rodungsflächen aufwies, wurde hierfür
ausgemacht. Es waren vor allem Bauersleute aus dem
Voralpenland (dem heutigen Rupertiwinkel und Flachgau), die
sich in das Innergebirge wagten. Weitere Talböden wurden in
Acker- und Weideland kultiviert, höhere Lagen als Almen
eingerichtet. Diese intensive Rodungstätigkeit prägte
bereits das Saalachtal und verwandeltelte es in ein
Kulturland.
Wenngleich aus der Zeit des Erzbaues keine Spuren einer
sesshaften Wohnbevölkerung nachzuweisen sind, darf
angenommen werden, dass sich die Bergbautätigen zumindest
zeitweise vor Ort angesiedelt haben dürften. Ein Erzbergbau,
wie er im Raum Viehhofen intensiv betrieben worden ist, kann
nicht über Jahrhunderte ohne örtlich bodenständige
Bevölkerung zurechtkommen. Nachdem das Erz hier auch zu
Kupfer veredelt worden ist, kam schließlich auch der Handel
hinzu. Einfachste Unterstände bzw. Überdachungen aus Holz
(vgl. den Rindenkobel für Holzarbeiter aus jüngster
Vergangenheit für Forstarbeiter) dürften für längere Zeit
den seinerzeitigen Umweltbedingungen gewachsen gewesen sein.
Knüppeldämme überbrückten sumpfiges Gelände, sodass auch von
einer Wege-Infrastrucktur primitivster Art auszugehen ist
(siehe Infoanlage Maishofen).
Verweist uns doch das Reichenhaller Becken mit seinen
Sohlequellen in die vorchristliche Zeit (Ende
Jungsteinzeit-Bronzezeit 2500-1500 v. Chr.) in kulturelle
Parität mit Bad Reichenhall im Saalachtal.
Es war die Welt der Bauern und Hirten, als gegen 700 v.
Chr. die Kenntnis der Verhüttung und Bearbeitung des Eisens
nach Mitteleuropa kam. Dadurch geriet auch die Wirtschaft
der späten Bronzezeit (1800-750 v. Chr.) in Konkurrenz. Das
für Bronze benötigte Kupfer war in Mitteleuropa nur an
wenigen Stellen vorhanden. Die bedeutendsten Erzlagerstätten
waren im Land Salzburg; hier wiederum war es Viehhofen, wo
das Erz in Kupfer veredelt wurde. Als sich das Eisen wegen
seines umfangreichen Vorkommens in ganz Mitteleuropa und des
in verschiedenen Formen einfachen Verarbeitung (z.B.
Wagenbeschläge, Lanzenspitzen, Schwerter usw.) durchsetzte,
war Bronze in erster Linie nur noch für Schmuck (das aus
Kupfer und Zinnlegierung bestand) gefragt. Zinn musste
damals aus Cornwall (England) eingeführt werden. Während des
1. Jahrhunderts v. Chr. gerieten die Festlandkelten unter
fremde Herrschaft. Das keltische Volkstum ging hier im
Voralpenland östlich des Inn mit Übernahme der
zivilisatorischen Errungenschaften der Römer friedlich im
Kaiserreich auf. Vor allem im ländlich bäuerlichen Bereichen
lebte jedoch die keltische Sprache und die
geistig-religiösen Sitten noch einige Jahrhunderte (bis etwa
3. Jh. n. Chr.) nach.
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Dorfgemeinschaft Viehhofen
Trotz des frühgeschichtlichen und mittelalterlichen
Bergbaues und des 1910-1914 erfolgten weiteren Abbaus
(16.-19. Jh.) blieb die Landwirtschaft bis in die Neuzeit
Haupterwerbquelle und Lebensgrundlage der Bewohner
Viehhofens. Der in den vergangenen Jahren als Zuerwerb für
die überwiegend bäuerlich strukturierte Bevölkerung
angedachte Fremdenverkehr als Nebeneinnahme hat sich gut
entwickelt.
Zu Beginn der Kirchengeschichte ist von einem
Gewerbetreibenden (Dorfwirt) die Rede, der drei arme Bauern
zur Vorsprache beim Landesherrn (Bischof von Chiemsee) wegen
Genehmigung einer eigenen Kirche und Pfarre mitnahm. Bereits
1692 hat die hiesige Nachbarschaft darauf hingewiesen, dass
sie nichts als eine Holzhütte mit von Bildern
zusammengeklebten Innenwänden hat. Hierfür wollte sie eine
Kapelle bauen, in der man auch eine heilige Messe feiern
kann. Nach wiederholtem Bitten, kam 1867 endlich
Bauerlaubnis. Diese vom Erzbischof und Landesherren
bewilligte und umgehend erbaute Kapelle wurde 1789 durch ein
Hochwasser völlig zerstört. Die „Ecce homo“-Statue konnte
noch rechtzeitig aus der Kapelle gerettet werden. 1793 wurde
Viehhofen von Zell am See aus seelsorglich mitbetreut. 1796
wurde die Pfarrkirche gebaut und an Weihnachten 1797
geweiht. 1891 wurde Viehhofen eigene Pfarre. Ein Dorfleben
wie damals ist heute kaum mehr vorstellbar.
Neben der Kirche in Viehhofen befindet sich das
Wirtshaus, die Volksschule mit Kindergarten und das Amtshaus
der Gemeinde. Dieser dörfliche Ortskern ist charakteristisch
für die altbayerische Kulturlandschaft im gesamten
Saalachtal. Damit diese „Heilige Allianz“ auch in
zukünftigen regionalen Europa so bleibt, sollte man alles
dafür tun.
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Gemeinde Viehhofen
Im Jahr 1771 hielten die „Vorderglemmer“ um die
Einführung einer Schule an. Der Unterricht wurde 1772 einem
Einsiedler erfolglos übertragen. 1798 begann der Mesner zu
unterrichten. Ab 1801 bis 1840 übernahmen die eingeführten
Vikare den Schulunterricht, bis die Gemeinde mit Hilfe von
Wohltätern 1838 ein eigenes Schulhaus baute und das bereits
im Jahr 1932 erweitert wurde. Die Schule war mit 56 Kindern
zweiklassig. Als ländliche Versuchsschule hat sie sich
bewährt.
Die heutige Erwerbsquelle der Bevölkerung wird
überwiegend vom Fremdenverkehr getragen. Dieser fundiert
nicht zuletzt auch auf die seit Generationen von fleißigen
und bescheidenen Menschen geschaffene und gepflegte
bergbäuerliche Kulturlandschaft. Die gesamte Bevölkerung hat
sich, jeder auf seine Weise, für das Gemeinwohl eingebracht
und verdient gemacht. Seit dem Jahr 1960 hat sich der
Fremdenverkehr im Gast- und Herbergungsgewerbe günstig
entwickelt. Die Einwohnerzahl im Jahr 2004 beträgt 630
Personen. Das traditionsreiche Gastgewerbe aus dem 17./18.
Jahrhundert wird fortschrittlich gepflegt und im
Familienverband geführt. Neben 1200 Gästebetten in 4
Gasthäusern, 45 Privatzimmervermietern und 6
Fremdenpensionen zählt die Gemeinde 130.000 Übernachtungen
und ist mit Pendelbussen an den Großschiraum
Saalbach-Hinterglemm/Leogang im Winterfremdenverkehr
angeschlossen.
Zahlreiche Vereine beleben heute das gesellschaftliche
und kulturelle Leben in einer der kleinsten Gemeinden im
Pinzgau, im Saalachtal. Sie alle beteiligen sich u.a. beim
Erntedankfest. Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit 1901.
Sie ist hoch motiviert und äußerst tatkräftig einsatzbereit.
Der 1982 errichtete Mehrzweckbau beherbergt das
Feuerwehrhaus, den Musikraum für die 1957 wieder gegründete
Musikkapelle, sowie weitere Vereinsräume. Pfarrkirche –
1796/97 erbaut1983 wurde von der Gemeinde die neue
Volksschule mit Kindergarten errichtet. Mit Fertigstellung
der Ortskanalisation folgten Umweltschutzmaßnahmen und
umfassende Ortsverschönerungen.Viehhofen zählt zu den
„ausgeforsteten“ Gemeinden des Pinzgaus im Saalachtal,
welche im Gegensatz zu den sogenannten „Saalforsten“ eine
Waldgenossenschaft bilden (siehe Info-Anlagen im unteren
Saalachtal - Land Salzburg).
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